Fliegenfischen am Rio Ebro in Spanien
15 Tage am Rio Ebro. Es war ein Urlaub mit unvergesslichen Erlebnissen, mit spannenden Augenblicken, mit Drills auf Biegen und Brechen und jeder Menge Spass. Am liebsten wuerde ich morgen schon wieder hin fahren und mich den Ebro Riesen zum Kampf stellen. Am 7 Juli ging es los.
Nach 21 Stunden Fahrt von Wien kamen wir, meine Freundin und ich, endlich im Camp von AA an. Da ich von der Fahrt sehr mitgenommen war und wir noch unser Zelt am Campingplatz aufstellen mussten, beschloss ich an diesem Tag nur mehr eine kleine Ausfahrt mit dem Bellyboat auf Schwarzbarsche zu machen. Nach ein paar schoenen Drills ueberkam mich dann doch sehr schnell die Muedigkeit, und so beliess ich es bei 4 Schwarzbarschen. Ich hatte ja noch genug Zeit!
Am naechsten Morgen, nachdem wir die Lebensmittel fuers Wochenende eingekauft und unsere Sachen gepackt hatten, ging es auf zum Zwischenstau, direkt unterhalb der Staumauer. Als wir dort ankamen, bot sich uns ein Anblick, der seines Gleichen sucht! Hunderte von Karpfen, zig Zander und einige Waller tummelten sich zusammen an der Oberflaeche, als ob sie allerbeste Freunde waeren, und wir dachten uns, dass es heute klappen muss.
Schnell war das Bellyboat zusammengebaut, die Fliegenrute zusammengesteckt, und es ging los! Als ich mit dem Bellyboat so ueber den See paddelte, traute ich meinen Augen nicht. Das Bellyboat und die Flossen hatten eine derartige Lockwirkung auf die Waller, wie ich es noch nie erlebt hatte. Besser als jedes Wallerholz. An manchen Stellen kamen bis zu 8 Waller rauf, um zu sehen was da los ist. Es war einfach unglaublich, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen haette!
Es musste einfach klappen, ich war mir sicher. So fischte ich mit meinem Streamer knapp ueber Grund, und es kam wie es kommen musste! Nach knapp 20 Minuten kam die Guardia Civil und verscheuchte mich. Die Beamten erklaerten mir, dass ich nicht so nah an die Staumauer fahren und nur unterhalb der gelben Bojen fischen duerfe.
So beschloss ich, da meine Freundin auch dabei war, eine Boje zu setzen und den Rest des Tages mit ihr am Ufer zu verbringen. Gesagt getan, nebenbei fischte ich noch mit Lauben auf Zander, was mir ca. alle 30 Minuten einen Fisch brachte.
Gegen 18 Uhr hatte ich dann auch einen Biss auf der Wallerrute, nach dem Anschlag ging der Fisch verloren. Es duerfte nur ein kleiner Waller gewesen sein. Das wars auch schon an diesem Tag. Gegen 20 Uhr machten wir dann Schluss. Da meine Freundin nur 3 Tage blieb, musste ich mich auch ein bisschen um sie kuemmern und das Angeln vernachlaessigen. Und so fuhren wir am naechsten Tag ans Meer und entspannten uns. Am Tag darauf brachte ich sie dann nach Barcelona zum Flughafen und das Angeln konnte beginnen.
Montag 11. und Dienstag 12. Juli:
Ich fuhr auf den See hinaus zum Bojenfischen. Ausser ein paar Zandern ging an diesen beiden Tagen leider gar nichts!
Mittwoch 13. Juli:
Heute beschloss ich den ganzen Tag mit der Fliegenrute auf Waller zu fischen. Nach dem ich meine Sachen gepackt hatte, machte ich mich auf zum Zwischenstau. Dort angekommen um ca. 15 Uhr fischte ich dann bis 19:30 Uhr ohne einen einzigen Biss! Ich hatte die Schnauze voll, paddelte Richtung Ufer und wollte aufhoeren. Ploetzlich bekam ich meinen ersten Biss. Leider ging er verloren. Da dachte ich mir, ich kann jetzt nicht aufhoeren sollten sie jetzt zum beissen beginnen. So drehte ich noch einige Runden, und prompt hatte ich zwei schoene Zander gefangen, wobei der eine 80 cm hatte! Ein echt schoener Fisch! Die Muehen des Tages hatten sich also gelohnt! Und so machte ich dann um 22 Uhr Schluss.
Donnerstag 14 Juli:
An diesem Tag beschloss ich wieder einmal die Jagd auf Schwarzbarsche zu machen. Und so nahm ich meine 6er Rute und fischte die grosse Bucht beim Camp ab. Nach einigen Schwarzbarschen bekam ich dann einen Bomben Biss!! Leider konnte ich den Fisch nicht halten und verlor ihn in den Baeumen, ich denke aber dass es ein grosser Karpfen war. Es folgten weitere schoene Schwarzbarsche. So gegen 13 Uhr musste ich dann aufhoeren, denn die Hitze machte ein weiteres Angeln unmoeglich. Temperaturen jenseits der 40 Grad!
So gegen 18 Uhr machte ich mich dann wieder auf zum Zwischenstau. Mit der 11er Rute bewaffnet machte ich mich abermals auf die Jagd nach den grossen Wallern. So gegen 20 Uhr bekam ich den ersten Biss. Wieder ein stattlicher Zander von knapp 70cm. Als es dann dunkel wurde, bekam ich meinen zweiten Biss. Wieder ein schoener Zander. Waller sah ich jede Menge, konnte aber leider keinen zum beissen verleiten. Ausser! Meine Flossen, die hatten eine magische Anziehungskraft auf die Waller, und so kam es, dass ich in dieser Nacht dreimal von Wallern atakiert wurde!! Ich kann euch nur sagen, es ist ein wahnsinnig unangenehmes Gefuehl, wenn der Spiess einmal umgedreht wird, und die Waller Jagd auf einen selbst machen. Und so wurde es mir dann alleine in Dunkelheit zu gefaehrlich und ich machte Schluss.
Freitag 15 Juli:
An diesem Tag musste ich abermals nach Barcelona fahren um meinen Vater abzuholen. Nach dem wir im Camp angekommen waren, machten wir uns sofort auf zum Zwischenstau. Wir konnten an diesem Abend jeder einen schoenen Zander landen.
Samstag 16 Juli:
Gegen Mittag machten wir uns abermals auf zum Zwischenstau. Da ich die Hitze an diesem Tag wieder einmal unertraeglich fand, beschloss ich unter Tags Bojen zu legen. Prompt wurde ich fuer die Muehen belohnt. Ein schoener Waller von 160 cm konnte dem Aal nicht widerstehen. Mein Vater hingegen blieb von der Hitze unerschrocken und konnte mit einer Maisfliege einen schoenen Karpfen von fast 14 Pfd. landen.
Gegen 19 Uhr fuhren wir dann beide mit dem Bellyboat raus. Nach knapp einer halben Stunde bekam ich dann meinen ersten Biss. Ich dachte mir, das muss ein Waller sein. Sofort ging der Fisch ins Backing und lieferte mir einen schoenen Drill. Als ich ihn dann am Boot hatte, war die Enttaeuschung sehr gross. Es war ein Karpfen der nach meinem Streamer geraubt hat. Raeuberische Karpfen, so etwas gibt es auch nur in Spanien.
Um 21 Uhr bekam mein Vater dann seinen ersten Wallerbiss. Ein wahrlich kraftvoller Biss, aber leider konnte er den Fisch nicht richtig haken und er ging nach etwa 5 Minuten verloren. An diesem Abend konnten wir nur noch einen Zander landen.
Sonntag 17 Juli:
An diesem Tag beschlossen wir zum Hechtfischen an den St. Anna Stausee zu fahren. Nach knapp 2 Stunden Fahrt kamen wir um die Mittagszeit an. Das Wasser an diesem See ist traumhaft! Ein Blau, wie man es nur aus dem Meer kennt, und es laedt richtig zum baden ein. Und so verbrachten wir den ganzen Nachmittag damit zu baden und in der Sonne zu liegen. Gegen 19 Uhr begannen wir dann mit dem Angeln. Mit der Fliegenrute ist dieser See recht schwer zu befischen, da er sehr tief ist und man mit der Fliegenrute nur schwer an die Abbruchkanten kommt, und so kam es das nur mein Vater einen Zander landen konnte. Hechte sahen wir leider keine.
Montag 18 Juli:
Es ging wieder einmal auf zum Zwischenstau. Wir konnten jeder 2 Zander landen. Sonst passierte an diesem Tag nichts aufregendes, ausser das sich schoen langsam ein bisschen Frust breit machte weil wir noch keinen Waller gefangen hatten. Es musste ja einfach irgendwann klappen, die Jahre davor hat es ja auch funktioniert.
Dienstag 19 Juli:
Unter Tags fischte ich mit Bojen auf Waller, denn die Sonne machte es wieder einmal unmoeglich zu fischen. Meinen Vater war es wie immer egal und so machte er sich, bewaffnet mit der Fliegenrute, auf um die dicken Fische zu aergern. Prompt hatte er einen Biss auf den Wallerstreamer. Es war wieder einmal ein stattlicher Karpfen. Ich konnte waehrend des Nachmittags einen Waller von 120 cm landen und weitere 4 Bisse verzeichnen.
Gegen 19 holte ich dann die Bojen rein und wir machten uns wieder einmal auf mit dem Bellyboat und den Fliegenruten. Nach drei Zandern, war es dann endlich so weit. Ich konnte meinen ersten Waller landen. Es war zwar nicht der groesste, aber fuer die Motivation genau richtig! Die Festspiele konnten beginnen. Es folgten drei weitere unvergessliche Tage!
Mittwoch 20.Juli:
Der Tag der Tage. Vollmond war angesagt.
Gegen 18 Uhr machten wir uns auf. Ungewoehnlich an diesem Tag waren die Schwaerme an Lauben die da waren. Die Waller stiegen an diesem Tag auch wieder in grossen Stueckzahlen. Als so ein Ruddel von Wallern zu meinem Vater aufstieg, warf mein Vater seinen Streamer genau in ihre Mitte und prompt biss einer. Nach gut 15 Minuten konnte er seinen ersten 120er mit der Fliegenrute landen.
Kurz bevor es dann dunkel wurde, sah ich einen riesen Waller, ich hab ihn auf knapp 2 Meter geschaetzt, an der Oberflaeche ganz gemuetlich schwimmen. Schnell holte ich meinen Streamer rein und warf ihn direkt vor sein Maul. In dem Moment als der Streamer aufs Wasser aufsetzte, raubte der Waller schon danach. Nach kurzem Drill ging er leider verloren, ich duerfte ihn nicht richtig gehackt haben. Schade. Die Enttaeuschung war sehr gross bei mir.
Ungefaehr zwei Minuten spaeter passierte meinem Vater das Selbe! Schnell tauschten wir unsere Streamer gegen groessere Oberflaechenstreamer, und es war die richtige Entscheidung. Im Laufe des Abends konnten wir bis 12 Uhr Nachts, 6 weitere Waller bis 130cm landen! Es war wieder einmal eine Wahnsinns Nacht die ich nicht so schnell vergessen werde.
Donnerstag 21 Juli:
Nach dem letzten Abend, waren wir bis in die Zehenspitzen motiviert und fuhren so gegen 18 Uhr an den Zwischenstau. Gegen 20 Uhr konnte mein Vater einen Waller von 150 cm hacken. Nach einem Drill von einer halben Stunde hatten wir ihn dann beim Bellyboat. Da stellte sich dann das Problem wie wir denn Fisch landen sollten. So nahm ich den Handschuh, griff zum Vorfach und zog den Fisch rauf. Dabei bog sich der Hacken auf und der Fisch ging verloren.
Leider, wir haetten gerne mit dem Fisch schoene Fotos gemacht. So gibt’s leider nur Fotos vom Drill! Ich konnte an diesem Abend „nur“ 3 Zander landen.
Freitag 22 Juli:
Letzter Tag, und die Devise hiess Angriff den ganzen Tag lang. Den Nachmittag ueber konnten mein Vater und ich jeder 3 Zander landen, davon 2 Stueck mit knapp 85 cm. Wie es dann dunkel wurde, bekam ich dann wieder einen bomben Biss, nach langem harten Drill, musste ich feststellen, das es ein grosser Karpfen war, den ich am Ruecken gehackt hatte. Leider. Minuten spaeter schrie mein Vater wieder „Ich hab einen!“. Und es war diesmal wirklich ein Grosser. Nach guten 20 Minuten sahen wir den Fisch das erste Mal, ein Prachtstueck! Dieses Mal haben wir uns richtig Zeit gelassen, den Fisch komplett ausgedrillt bis er mit offenem Maul beim Boot war und wir ihn landen konnten, was am Bellyboat bei einem Fisch dieser Groesse durchwegs problematisch ist, und man nie alleine machen sollte!
Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig Lust auf Spanien machen!
Mehr Information erhalten Ihr unter: http://www.fliegenfischer.cc
Ihr Mario Lange
Die 5 neusten Artikel- Hans-Ruedi Hebeisen (HRH) kommt nach Berlin
- Fischen in Fischen - Fliegenfischen im Kleinwalsertal
- Menorca 2005 - Familie & Fischen
- Fliegenfischen am Rio Ebro in Spanien
- Valentino muss ein Fliegenfischer sein!
- Fischen in Frankreich und Leben wie Gott - 21,802 Aufrufe
- Fischen in Fischen - Fliegenfischen im Kleinwalsertal - 21,598 Aufrufe
- Fliegenfischen im Bodetal Teil I - 21,344 Aufrufe
- Ein Satz mit X - Das war wohl nix! - 20,903 Aufrufe
- Fliegenfischen am Rio Ebro in Spanien - 20,077 Aufrufe





