Fliegenfischen im Bodetal Teil I
Die Bode ist ein wirklich huebsches Fluesschen, dass im oestlichen Harz entspringt und sich dann recht aufwendig ins Harzvorland schlaengelt. Dabei hat sich der Fluss teilweise atemberaubend tief in den felsigen Landstrich eingeschnitten. Wer hier mit seiner Familie weilt (man kann naemlich auch ausgezeichnet mit seiner besseren Haelfte wandern oder mit seinen Kids die Bob -Achterbahn besuchen), sollte unbedingt mit der Drahtseilbahn von Thale rauf zum Hexentanzplatz fahren. Dabei ueberquert man die Bode, die in einigen hundert Metern Tiefe dahin rauscht, und man muss schon hin und wieder kraeftigt durchatmen im Vertrauen auf die deutsche Ingenieurkunst.
Diese untere Salmonidenstrecken wird vom Angelverein “Ostharz e.V” bewirtschaftet und beginnt in der Naehe der Drahtseilbahnstation auf der Hoehe des Gasthofes “Waldkater”, die bis zum Wehr “Schroeders Muehle” unterhalb der Ortschaft Thale eine reine Flugangelstrecke ist. Der Fluss hat hier noch maechtig Dampf drauf und wechselt von tiefen Rinnen und Gumpen auf sehr steinige Abschnitte mit teilweise grossen Klamotten in knietiefem Wasser.
Insgesamt drei Wehre regulieren den Flusslauf und sind gleichzeitig einige der Hot Spots dieser Strecke. Oft sind nicht viele Fische an den Haken zu bekommen, aber 40er Forellen sind hier keine Seltenheit. Hin und wieder kann man auch aeschen mit der tiefgefuehrten Nymphe ueberzeugen. Sprock- und andere Koecherfliegennymphen in #8-12 in dunkleren Naturtoenen sind hier erste Wahl. Die Freunde der Trockenen kommen ebenfalls nicht zu kurz: #12er oder 14er Sedges in Rehhaar oder besser CDC ueberzeugen auch bessere Fische. Gerade unter Wasser gezogene und wieder auftauchende Emerger verfehlen selten ihre Wirkung. An manchen Tagen sind versunkene Kaefer- und Wespenimitate unschlagbar.
Ein weiterer faengiger Abschnitt ist auf der Hoehe der Strassenbruecke Neinstedt nahe der “Teufelsmauer”. Direkt am Parkplatz findet man gleich zwei Wehrstufen hinter einander vor, die sich in einen groesseren Gumpen ergiessen. Diese Stelle wird von den Einheimischen nicht ohne Grund stark befischt, lassen sich mit ein paar Kniffen immer wieder groessere Fische ueberlisten. Insbesondere kampfstarke Rainbows nehmen gern die Nymphe und versuchen dann in den ausgeschwemmten Baumwurzeln zu entwischen.
Die Strecke zieht sich weiter ueber Weddersleben und Quedlinburg bis nach Ditfurt. Zu empfehlen waeren in diesem Abschnitt die Stadtstrecke in Quedlinburg (wer das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber mag wird die Ritterfeste und den Weihnachtsmarkt in Quedlinburg lieben lernen !) und die tiefen Zuege vor Ditfurt. In letzterem muss allerdings wirklich schweres Geraet aufgefahren und tief gefischt werden. Aber hier werden jedes Jahr die Kapitalen gefangen !!!
Die Gastkarten gibts im Angelzentrum Quedlinburg, Inh. Andreas Mueller, Gernroeder Weg 5, 06484 Quedlinburg (nahe dem Bahnhof) und kosten aktuell 12,– EURO.
Die Mindestmasse betragen fuer die Bachforelle 27 cm, die Regenbogenforelle 25 cm und die aeschen 30 cm. Die Saison beginnt am 1.4. (Asche ab 15.5.) und endet fuer alle Fischarten am 14.9. eines Jahres. Pro Tag duerfen 4 Salmoniden, davon max. 3 Bachforellen entnommen werden.
Informationen zu Unterkuenften und Umgebung gibts bei www.thale.de
Petri Heil wuenscht K.F.
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