Menorca 2005 - Familie & Fischen
Wenn es in Deutschland mit dem schoenen Wetter zur Neige geht, suchen wir uns in den Herbstferien gerne ein Urlaubsziel in waermeren Gefilden.
Unsere Wahl viel diesmal auf Menorca. Baden, Wandern … Fischen. Das hoerte sich gut an. Die Insel sollte touristisch noch nicht ganz so sehr erschlossen und die Natur einmalig sein.
Im Internet lief Recherche auf Hochtouren. Alle Monate mit „r“ im Wortlaut sollten gute Monate zum Fischen an der Kueste sein. Das passte also. Bluefish, Wolfsbarsch und einige Arten von Zahnbrassen und Stachelmakrelen hatten sich bereits an die Haken verirrt. Aber mehr war leider nicht in Erfahrung zu bringen. Fangplatz, Koeder … Fehlanzeige. Deshalb setzte ich auf meine 8er Rute plus altbewaehrte Loop Rolle mit Schwimmleine und alternativ eine T200 Sinkleine. Etwas Vorfachmaterial, Stahlseide und ein paar Deceiver rundeten meine Ausruestung ab.
Unser Quartier hatten wir an der Suedseite der Insel in Cala Galdana. Gut zum Baden. Nur mich interessierte eigentlich die Fischerei viel mehr. Angekommen konnte ich bei einem ersten Rundgang einen als Sportboothafen genutzten Einfluss ausmachen. Angler waren auch auszumachen, leider gingen nur Miniaturfische in den Suppentopf. Also weiter suchen…
Waehrend unseres weiteren Aufenthalts ging es an die Nordwestkueste, wo wir unter anderem nach Na Macaret kamen. Auf historischem Boden – hier landeten die Englaender, um die Insel ein letztes Mal zurueck zu erobern – sollte endlich Kontakt zu den einheimischen Salzwasserraeubern hergestellt werden. Nach einer Stunde kam Leben in die Sache und ein kleiner Bonito von ca. 70 cm lief meiner Fliege bis ins Flachwasser nach und brachte meinen Puls aus dem messbaren Bereich… Wahrscheinlich wieder zu langsam gestrippt, dachte ich mir. Leider war das alles an diesem Platz. Nur ein paar Meeraeschen konnte ich noch ausmachen. Und die sollten mich noch etwas beschaeftigen.
An einem der folgenden Tage besuchten wir die Hafenstadt Ciutadella an der Westkueste der Insel. Eine wirklich ueberragende koloniale Architektur aus der zweiten Haelfte des 19. Jahrhunderts erwartet den Besucher. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel landeten wir im Hafen. Natuerlich wurde das Wasser sofort „gescannt“ und siehe da: Jede Menge Fisch. Vor allem Meeraeschen und einige Zahnbrassenschwaerme in brauchbarer Kuechengroesse wurden ausgemacht. Nur das waren ja keine Raeuber. Streamer vielen also schon mal aus. Hin und wieder fuetterten die Gaeste der lokalen Kneipen die Tierchen mit ganzen Weissbroten bis das Wasser regelrecht kochte. Das brachte mich auf die Idee mit den Brotfliegen, die ich noch in einer meiner Fliegendosen fand. Nix wie ran damit. Vorsichtig angeworfen … nichts. Keine Reaktion. Anderer Platz ein paar Meter weiter… nur eine muede Inaugenscheinnahme, mehr nicht. Das gibt’s doch nicht. Nochmals gedanklich sortieren. Wo liegt der Fehler? Aber mein Sohn bringt es mal wieder auf den Punkt: „Papa, wie waers mit anfuettern.“ Das naechste Restaurant angeschnorrt und los. Vorab erst mal ein Testlauf, bei dem wir folgendes Verhalten feststellen konnten. Zuerst kommen nur einige kleinere Fische, deren Aktivitaet aber groessere anlockt. Im Verlauf verfallen die Jungs in einen echten Fressrausch, an deren Ende sich die Dicken um die letzten Flocken balgen. Heisst fuer mich im Ergebnis, erst am Ende des Spektakels servieren. Und tatsaechlich… das funktionierte. Erst ein Interessent, dann sofort ein zweiter. Der Futterneid machts moeglich und schon haengt die erste fette Meeraesche am Haken.
Dem folgt eine kraeftige Flucht in die Tiefe. Ich muss den Fisch recht kurz halten, damit er mir nicht in die Ankertrossen der Yachten geht, aber nach zwei , drei Fluchten kommt der Fisch an die Oberflaeche und nach etwas Geplaenkel kann der Fisch gelandet werden. Danach muessen wir allerdings den Platz wechseln, weil kein Fisch mehr anzulocken ist . Im Laufe des Nachmittags konnten wir aber mit der gleichen Taktik noch eine Meeraesche und einen Zahnbrassen ueberlisten.
Sie sollten uebrigens die Fische immer am Wasser sauber machen, da der Mageninhalt einer Meeraesche doch ziemlich streng riechen kann. Das weisse Fleisch schmeckt gebraten mit etwas Zitrone ganz hervorragend.
Zu Rueckfragen stehe ich wie immer unter info(at)morefly.com wie immer gern zur Verfuegung.
Ihr Knut Fiebig
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